• Media type: E-Book
  • Title: Der Umgang mit Empirie beim Nachweis von Diskriminierung (Empirical Approaches to Proving Discrimination)
  • Contributor: Towfigh, Emanuel V. [Author]
  • Published: [S.l.]: SSRN, [2021]
  • Published in: MPI Collective Goods Discussion Paper ; No. 2021/2
  • Extent: 1 Online-Ressource (58 p)
  • Language: German
  • DOI: 10.2139/ssrn.3766090
  • Identifier:
  • Origination:
  • Footnote: Nach Informationen von SSRN wurde die ursprüngliche Fassung des Dokuments January 14, 2021 erstellt
  • Description: German Abstract: Eine der Herausforderungen im Antidiskriminierungsrecht ist die Schwierigkeit, zu beweisen, dass tatsächlich eine Diskriminierung stattgefunden hat. Diskriminierungserfahrungen werden oft als Einzelfälle abgetan oder der besonderen Empfindlichkeit der betroffenen Person zugeschrieben, ohne dass die zugrunde liegenden diskriminierenden Strukturen erkannt werden. Daher ist es schwierig, Ansprüche aufgrund einer Diskriminierung vor Gericht geltend zu machen oder das diskriminierende Ergebnis von Verfahren oder Praktiken zu beweisen. Die evidenzbasierten Standards der empirischen Methoden bieten einen Werkzeugkasten, um diese Herausforderungen anzugehen – selbst wenn man berücksichtigt, dass die Empirie, um Diskriminierung nachweisen zu können, selber statistisch „diskriminieren" muss, d.h. jene Merkmale kategorisieren und operationalisieren muss, die gleichzeitig der Kern der diskriminierenden Handlung sind, wie Rasse, Geschlecht, Alter etc. (Dilemma der Differenz).Der Beitrag gibt einen Überblick über die Struktur eines empirischen Arguments und weist auf Probleme hin, die speziell bei der Erforschung von Diskriminierung auftreten können. Er zeigt, dass Inferenzstatistik dabei helfen kann, Mechanismen der Diskriminierung zu identifizieren und strukturelle Diskriminierung aufzudecken. Sie kann einen Beitrag leisten, die oft kontroverse Diskussion über strukturelle Diskriminierung zu versachlichen.Für Praktiker in Justiz, Gesetzgebung und in der Verwaltung, die wenig bis keine Erfahrung im Umgang mit empirischer Forschung haben, ist es wichtig, sich der Mechanismen und Fallstricke empirischer Forschung und der kognitiven Verzerrungen, die sie mit sich bringen können, bewusst zu sein. Der Beitrag zielt darauf ab, diese Praktiker in die Lage zu versetzen, die Ergebnisse und Erkenntnisse empirischer Forschung zu verstehen und zu bewerten, um diskriminierungsfreie Entscheidungen treffen zu können

    English Abstract: One of the challenges in anti-discrimination law is the difficulty to prove that discrimination has actually happened. Often, discriminatory experiences are disregarded as solitary cases or even as due to the particular sensitivity of an individual, with no recognition of underlying deeper structural or procedural issues that promote discrimination. It is therefore difficult to substantiate claims of discrimination in court or to prove the discriminatory outcome of procedures or practices. The evidence-based standards of empirical methods provide a toolbox to tackle these challenges – even if you have to keep in mind that in order to find evidence for discrimination, empirics have to statistically “discriminate”, i.e. categorize and operationalize characteristics that at the same time are at the very core of the discriminatory act, such as race, gender, age etc. (dilemma of difference). The article gives an overview of the structure of an empirical argument, pointing out issues that might arise specifically in researching discrimination. It shows that inferential statistics can help identify mechanisms of discrimination and uncover structural discrimination, thus helping to objectify the often controversial discussion of structural discrimination.For practitioners in the judiciary, in the legislatures and in administration with little to no experience in dealing with empirical research it is vital to be aware of the mechanics and pitfalls of empirical research and the cognitive biases they may encounter. The article aims at empowering these practitioners to understand and evaluate the results and insights of empirical research in order to be able to facilitate anti-discriminatory decisions
  • Access State: Open Access