• Medientyp: E-Artikel
  • Titel: Die anderen und ich: Wie soziale Interaktionen die Wahrnehmung des anderen verändern. Das Cyberball-Paradigma und seine Indikationen im Migrationskontext
  • Beteiligte: Roayaee, Maryam; Rahman, Rasha Abdel; Danziger, Meggie; Tudge, Luke; Daedelow, Laura S.; Heinz, Andreas; Wüstenberg, Torsten
  • Erschienen: Georg Thieme Verlag KG, 2020
  • Erschienen in: Fortschritte der Neurologie · Psychiatrie, 88 (2020) 2, Seite 109-117
  • Sprache: Deutsch
  • DOI: 10.1055/a-1033-7304
  • ISSN: 0720-4299; 1439-3522
  • Schlagwörter: Psychiatry and Mental health ; Neurology (clinical) ; Neurology
  • Entstehung:
  • Anmerkungen:
  • Beschreibung: <jats:title>Zusammenfassung</jats:title><jats:p>Welche Wirkung hat soziale Ausgrenzung auf die Wahrnehmung des Gegenübers und wie kann dieser Effekt mithilfe experimenteller Methoden erfasst werden? Die Beantwortung dieser Frage kann Psychologen, Soziologen, aber auch Klinikern wertvolle Erkenntnisse für das Verständnis und den konkreten Umgang mit den betroffenen Menschen oder Gruppen geben. Zu den gesellschaftlichen Gruppen, die besonders häufig mit sozialer Ausgrenzung konfrontiert sind, gehören z. B. Menschen mit psychischen Erkrankungen, Migranten oder auch ethnische Minderheiten.</jats:p><jats:p>In diesem Artikel präsentieren wir die Ergebnisse einer experimentellen Vorstudie an gesunden Probanden, in der wir mithilfe einer modifizierten Version des Cyberball-Paradigmas untersuchten, welche Effekte soziale Ausgrenzung auf die spontane Bewertung von Persönlichkeitsmerkmalen wie Attraktivität, Vertrauenswürdigkeit, Aggressivität und Dominanz hat. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass sich diese Effekte mithilfe des Cyberball-Paradigmas quantifizieren lassen und sich die Wahrnehmung des Gegenübers schon nach relativ kurzer sozialer Interaktion in Abhängigkeit von deren Valenz verändert.</jats:p><jats:p>Vor dem Hintergrund dieser Befunde diskutieren wir das Potenzial dieses Paradigmas zur Untersuchung von sozialen Faktoren, die bei der Entwicklung von psychischen Erkrankungen bei Migranten eine Rolle spielen können, und besprechen die zu beachtenden Besonderheiten bei einer prospektiven Anwendung in den anfänglich erwähnten Risikogruppen.</jats:p>